Wettbewerb:
S.O.F.A. architekten
Entwurfsbeschreibung:
Die zentrale Frage welche sich für die Erarbeitung des neuen Friedhofskonzeptes stellt, ist der Umgang mit dem bestehenden "alten Schulgebäude". Versucht man dieses einerseits sperrig im Areal stehende Haus in den Entwurf zu integrieren – mit einer entsprechenden wirtschaftlichen Nutzung und einem Mehrwert für die gesamte Bevölkerung der Gemeinde Tisens – oder geht man davon aus, das Gebäude abzureisen.
Die einfachere und auf den ersten Blick großzügigere Lösung wäre in unseren Augen der Abbruch des klassizistischen, stark renovierungsbedürftigen Hauses. Die daraus entstehenden Freiheiten ermöglichen eine Gestaltungsvielfalt, welche umgekehrt wesentlich stärker einge-schränkt ist.
Trotzdem haben wir uns dafür entschieden das alte Schulhaus zu erhalten und - mit neuem Leben erfüllt - in das Friedhofsareal, aber auch in das kulturelle Leben
des Dorfes zu integrieren. Es soll damit auf die geschichtliche Verankerung des Gebäudes bei der tisner Bevölkerung Bezug genommen werden als auch auf den Umstand, dass das Gebäude einen wichtigen Bestandteil des historisch, gewachsenen Ensembles um die Pfarrkirche bildet.
wesentliche Elemente des Entwurfs
- der Verbindungsweg zwischen Kirche und Widum wird zum Bindeglied zwischen bestehendem und neuem Friedhof
- der Meditationsweg bzw. Trauerweg
- die terrassenförmige Anordnung der Gräberfelder
- Sanierung und Neuadaptierung des "alten Schulhauses"
Die derzeit streng, lineare Achse zwischen Kirche und Widum wird gebrochen und zu einem kleinen Platz aufgeweitet. Der dadurch entstehende Raum bildet die Nahtstelle zwischen bestehendem und neuem Friedhof - er wird zum zentralen Verteiler.
Auf der Nordseite, dem Eingang vom Widum her, definieren die zwei neu errichteten Nutzeinheiten eine klare und großzügige Eingangssituation, jedoch ohne mit dem Bestand zu konkurrieren – von hier aus ist das gesamte Areal behindertengerecht erschlossen.
Die bewusst reduziert gehaltenen Volumen für Geräteräume, WC' s etc. sollen keinen Bruch mit der Topografie darstellen, sondern möglichst fließend ineinander Übergehen. Deshalb auch die schräg gestellten Wände und das erdfarbene Material Kortenstahl.
MEDITATIONS- TRAUERWEG
Der Meditations- und Trauerweg führt wie ein Mäander über Rampen und Treppen zu den verschiedenen Friedhofsebenen. Es ist ein langsam fallender Weg mit relativ niedrigen Niveauunterschieden von ca. einem Meter um besonders älteren und gehbehinderten Menschen ein angenehmes Beschreiten des Weges zu ermöglichen.
renderings: expressiv