Entwurfsbeschreibung:
Ausgangspunkt für die Erweiterung des Friedhofes Tirol ist eine fließende Wegführung, vorbei an Plätzen, Verweilpunkten, verschiedenen Aussichts- und Blickpunkten und einer terrassenförmigen Anordnung der Grabfelder . Diese sind über Rampen fließend verbunden.
Prozessionsweg/ Kapelle:
Der Standpunkt der Friedhofskapelle, als Ort der Aufbahrung und Segnung , nimmt eine zentrale Lage im Bezug auf das gesamte Friedhofsareal ein. Der Prozessionsweg führt vom Platz vor der Kapelle über den Schlossweg und die Hauptstraße (Umrundung des Bestandsfriedhofes im Uhrzeigersinn) zurück zur Kirche und endet wiederum bei der Kapelle wo der Kondukt stattfindet. Die Kapelle ist somit Anfangs- und Endpunkt und bildet das Bindeglied zwischen neuem und altem Friedhof. Das Kriegerdenkmal, welches in der Prozessionsachse steht wird in den neuen Friedhofsbereich verlegt und
markiert den Endpunkt des Meditations- und Trauerweges. Kapelle, Kirche und Kriegerdenkmal bilden ein „Dreieck“ und stehen zueinander in Sichtbeziehung. Die Kapelle liegt am Zufahrtsweg vom Schlossweg aus betrachtet und ermöglicht eine optimale Zufahrt für den Leichenwagen. In der unmittelbaren Umgebung der Kapelle sind alle weiteren öffentlichen Einrichtungen wie z.B. WC`s und der Geräteraum für die Besucher situiert. Unterhalb der Kapellenebene befinden sich der Technik- und Kühlraum sowie das Beinhaus. Der wirtschaftliche Aspekt war ausschlaggebend: geringer Aushub, geringer Energieverbrauch (kompaktes Volumen), und kurze Wege.
Meditations- Trauerweg:
Der Meditations- und Trauerweg führt wie ein Mäander über Rampen und Treppen zu den verschiedenen Friedhofsebenen. Es ist ein langsam fallender Weg mit relativ niedrigen
Niveauunterschieden von 1.60 m. um besonders älteren und gehbehinderten Menschen ein angenehmes Beschreiten des Weges zu ermöglichen. Die geringen Niveauunterschiede ermöglichen u.a. Blickbeziehungen in alle Richtungen.Am Meditationsweg liegen die Verweil-, Schatten- und Aussichtspunkte. Er endet von der Kirche aus gesehen am Kriegerdenkmal und bei den Urnengräbern.
Die terrassenförmig angelegten Friedhofsebenen passen sich, wie die umliegenden Weinberge, der von Hängen geprägten Landschaft an . Die höheren Mauern neigen sich zum Hang hin und werden so in ihrer Schroffheit entschärft. Auch die Kapellemauern sind geneigt, und fügen sich gefühlvoll in die Umgebung ein. „Die schräge Stützmauer wird zur Kapelle.“