Entwurfsbeschreibung:
Das für den Wettbewerb ausgewiesene Grundstück befindet sich in der Wohnbauerweiterungszone Kaiserau, am südwestlichen Stadtrand von Bozen. Die städtebauliche Anordnung der einzelnen Blöcke ist vorgegeben, ebenso die Anzahl der verschiedenen Wohnungstypen und die urbanistischen Rahmenbedingungen.
Diese werden von uns jedoch teilweise in Frage gestellt, da die zum Teil sehr ungünstig ausgerichteten Blöcke mit den enormen Tiefen sowohl unter funktionellen, als auch ökologisch- energetischen Gesichtspunkten sehr bedenklich sind.
Wir schlagen deshalb eine Änderung der Rahmenbedingungen unter Beibehaltung der städtebaulichen Grundidee vor. Der Umriss des „geschlossenen Blockes“, sowie die schräg über sämtliche Baukörper laufende Dachfläche wird beibehalten – jedoch die Organisation der Baukörper unter Berücksichtigung oben genannter Aspekte geändert.
Die beiden kleineren Baukörper der „vorgegebenen Bebauung“ mit einer Gebäudetiefe von über 18m und teilweise nordorientierten Fassaden werden aufgelöst und durch einen ost-westorientierten Riegel und einen Turm ersetzt. Daraus ergeben sich eine Reihe wesentlicher Vorteile:
- durch das Schaffen zweier ident breiter Riegel ergibt sich die Möglichkeit einen konstanten Konstruktionsraster mit den selben Tiefen und Gestaltungs- prinzipien über einen Großteil der zu errichtenden Kubatur zu ziehen und somit wirtschaftlicher zu bauen.
- der Anteil der nordorientierten Fassadenanteile wird minimiert, was sowohl die Qualität der Wohnungen in diesem Bereich erhöht, als auch die energetischen Verluste über die Außenhaut entscheidend verringert.
- durch die konstante Gebäudetiefe ergibt sich die Möglichkeit „Standard-Wohnungstypen“
zu entwickeln und diese sehr flexibel miteinander zu kombinieren.
Aufgrund der nach wie vor beträchtlichen Gebäudetiefe von ca. 15m schlagen wir einen Mittelgangtypus mit einer geringen Wohnungstiefe vor, was zur Folge hat, dass sämtliche Zimmer und Wohnräume zu einer offenen Seite hin orientiert und damit großzügig belichtet sind - die Nebenräume werden zum öffentlichen gebäudeinternen Erschließungsbereich hin orientiert. Um die Anzahl der lediglich nach Osten orientierten Wohnungen möglichst gering zu halten wurden Wohnungstypen entwickelt, welche den Block trotz der Mittelgangerschließung queren können und damit sowohl ost- als auch westorientiert sind.
Sämtliche Wohnungstypen in den zwei Riegeln sind als eingeschossige Einheiten konzipiert, lediglich im „Turm“ sind Maisonnetten vorgesehen.
Mitarbeit: Arch. Sebastian Scuiller, Sergi Gil Lopez