Entwurfsbeschreibung:
Das zur Verfügung stehende Grundstück ist geprägt durch seine Lage am Fuße des so genannten Sunnaberges. Der steile Hang im Rücken des bestehenden Gebäudes, der wuchernde, "urwaldähnliche" Baumbestand – aber auch die beengte Grundstücks-situation bilden die Rahmenbedingungen für den neu zu planenden Kindergarten.
Derzeit senkt sich das Gelände im Süden des Areals um ca. 1.5m unter das Niveau der Oberkante der Umgrenzungsmauer ab. Dieser tiefer liegende Freiraum präsentiert sich heute als unattraktive Grube ohne Aussicht und ohne Bezug zum Umfeld - als Freiraum für die Kinder nur begrenzt nutzbar.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die derzeitige Zu – und Eingangssituation. Diese stellt sich unserer Meinung nach als unbefriedigend, aber auch als latent vorhandene Gefahrenquelle dar. Kommen die Kinder, bzw. Eltern zu Fuß vom Dorf zum Kindergarten gibt es
keinen Bürgersteig, keine Pufferzone zwischen Straßenraum und Eingangsbereich. Man ist gezwungen das Areal zu umgehen - zusätzlich ist der seitliche Straßenraum durch parkende Autos besetzt.
In unseren Augen ist es unumgänglich, bereits am Beginn des Wettbewerbs eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen deren Folgen die weitere Entwicklung des neuen Kindergartenprojektes entscheidend beeinflusst, und zwar:
- bringt man das gewünschte Raumprogramm in einem zweigeschossigen oder dreigeschossigen Baukörper unter?
Eine Organisation der räumlichen Anforderungen über zwei Stockwerke hat gegenüber dem dreigeschossigen Gebäude den einen großen Vorteil, dass die Kinder im täglichen Betrieb ein Stockwerk weniger steigen müssen, gleichzeitig aber auch eine Reihe schwerwiegender Nachteile.
Bei der dreigeschossigen Lösung besetzt man das zur Verfügung
stehende Grundstück wesentlich sparsamer als bei einer zweigeschossigen Anordnung. Es bleiben – im Vergleich – großzügig, zusammen hängende Freiflächen beidseitig des Gebäudes übrig. Ein gut nutzbarer, nach Süden orientierter Spielplatz "vor dem Haus" wird möglich.
Auch als Reaktion auf die dörfliche Struktur der Umgebung bietet der kompakte dreige-schossige Baukörper Vorteile - er gliedert sich schlüssig in den Maßstab von Schlanders ein und stellt dadurch keinen Fremdkörper im dörflichen Gefüge dar.
Aufgrund der Wichtigkeit von Bewegung und dem Kontakt der Kinder mit der Natur, aber auch der anderen erwähnten Vorteile – vor allem der Maßstäblichkeit - haben wir uns für die dreigeschossige Lösung entschieden.
Renderings: expressiv/
Smajic und Sohm OG
www.expressiv.at