Entwurfsbeschreibung:
Für die Situierung des neuen Kindergartens und der Grundschule sind grundsätzlich zwei städtebauliche Lösungen
möglich. Erstens die Unterbringung beider Funktionseinheiten auf dem heutigen Grundstück westlich der
Mittelschule – ob in einem oder zwei getrennten Baukörpern sei dahingestellt - oder das „Splitten“ der
beiden Einheiten. Wobei entweder der Kindergarten oder die Schule auf das Grundstück nördlich der
Mittelschule wandern müsste.
Nach gründlicher Analyse funktionsbedingter Abläufe und der örtlichen Gegebenheiten entschieden wir uns für eine
klare bauliche Trennung von Kindergarten und Grundschule.
Um den Nachteilen oben genannter erster Lösung:
- enge Freiraumsituation: daraus resultierend verschattete Freiflächen und eventuell Gebäude
- die Schwierigkeit der Einhaltung
der gesetzlich geregelten Abstände
- vertikale Verdichtung: vor allem der Grundschule
- die Schwierigkeit klare freiräumliche Zuordnungen zu gewährleisten und
- der nicht erwünschten Verflechtung verschiedenster Funktionsabläufe
zu entgehen, schlagen wir vor, den Kindergarten auf das Grundstück nördlich der Mittelschule zu verlegen.
So wird es möglich, die folgenden, angestrebten Qualitäten umzusetzen:
- Offenheit und Großzügigkeit
- das erfahrbare in Beziehung treten mit dem Umfeld
- die Maßstäblichkeit in Bezug auf den Ort
- das Schaffen eigener, klar definierter Freiräume ohne schroffe Trennung
- fließende Übergänge: sowohl funktionell als auch in Abhängigkeit vom Geländeverlauf
Die Ausrichtung des neuen Kindergartens wird eindeutig von der Prämisse, sämtliche Gruppenräume
südorientiert auszurichten bestimmt. Vor allem die Notwendigkeit mit der zur
Verfügung stehenden bebaubaren Fläche möglichst sparsam umzugehen, lässt eine Aufteilung des
gewünschten Raumprogramms auf zwei Ebenen sinnvoll erscheinen.
Der Baukörper der Grundschule wird so gesetzt, dass man aus den Klassenräumen nicht frontal auf
die benachbarten Häuserfronten schaut. Auf den ersten Blick steht der Baukörper scheinbar
willkürlich auf dem Grundstück, bei näherem Hinsehen jedoch werden die urbanistisch- topographischen
Bezüge erkennbar und nachvollziehbar.
Bei der Organisation der Räume war es uns wichtig Offenheit und Transparenz – auch in einem
übertragenen Sinne – spürbar zu machen.
Gebäudeintern versuchten wir das flächenmäßig limitierte Raumprogramm dahingehend
aufzuweiten, indem durch Lufträume und Galerien räumliche Zusammenhänge geschaffen werden,
welche die Wahrnehmung der Kinder fördern und es ihnen erleichtern soll, sich im Haus zu
orientieren – es zu entdecken und überrascht zu werden.