Situation:
Das für den Wettbewerb ausgewiesene Grundstück
befindet sich am nordöstlichen Rand des ehemaligen "Mignone"
Areals. Die städtebauliche Anordnung war vorgegeben, genauso wie
die Anzahl der verschiedenen Wohnungstypen und die urbanistischen
Rahmenbedingungen.
Daraus ergaben sich gezwungenermaßen eine hohe Dichte und die
komprimierte Schachtelung der einzelnen Wohnungen, welche es
schwierig machte den Bewohnern eine gewisse Großzügigkeit und
Offenheit zu vermitteln. Nichts desto trotz standen bei der
Erarbeitung des Entwurfskonzeptes diese Qualitäten im Vordergrund
- als Spiegelbild einer offenen, demokratischen Gesellschaft.
Entwurfsbeschreibung:
Die beiden Baukörper, der L-förmige Riegel
und der "Turm", stellen sich in ihrer Grundstruktur als einfache
kubische Baukörper dar. Aus diesen klaren Volumen werden Teile
herausgeschnitten, Negativvolumen geschaffen, um beispielsweise
die Ecksituation zwischen langem Riegel und kurzem Riegel zu
entschärfen, sowie eine bessere direkte Besonnung zu ermöglichen.
Der Durchgang zwischen Wohnstraße und begrüntem Innenhof ist als
öffentlich nutzbare Passage für Fußgänger und Radfahrer geplant.
Die zwei Riegel werden über losgelöste Laubengänge und Aufzüge
erschlossen. Diese, den Wohnungen im Norden, beziehungsweise
Osten vorgelagerten Pufferzonen dienen der Entkoppelung von
öffentlichem und privatem Raum. Die Laubengänge führen in einem
Abstand von ca. 1.4m an den Wohneinheiten vorbei und
gewährleisten dadurch ein hohes Maß an Lichtdurchlässigkeit.
Die
Glasfassade der Laubengänge ist lediglich als Wetterschutz
gedacht und ist im Bereich der Küchen zusätzlich mit
Lüftungsklappen versehen.
Die Erschließung des "Turms" erfolgt über ein wettergeschütztes,
offenes Treppenhaus, gleichfalls mit einer transparenten Glashaut
umhüllt. Die Podestzonen sind großzügig ausgeführt, so daß sie
als halböffentliche Gemeinschaftsbereiche genutzt werden können.
Bei der Schichtung der einzelnen Wohnungstypen wurde darauf
geachtet die Anzahl der eingeschossigen Wohnungen im Erdgeschoss
möglichst gering zu halten. Der Vorteil der Maisonetten ergibt
sich durch die getrennten Bereiche Schlafen und Wohnen -
Gemeinschaft und Privat, sowie der Nichteinsehbarkeit des
Schlafbereiches. Um eine gewisse Distanz im Erdgeschoss zwischen
Wohnraum und öffentlichem Raum zu erreichen wird das
Erdgeschossniveau von 0.00 auf +0.45 angehoben. Dasselbe gilt für
die den Wohnungen vorgelagerten Gärten.