Entwurfsbeschreibung:
Situation:Die städtebauliche Situation des Ortes wird geprägt durch die geringe Breite des lang gezogenen Grundstücks zwischen Kaiserjägerstraße und Messegelände. Aufgrund des vorgegebenen, dichten Raumprogramms und der urbanistischen Rahmenbedingungen ergibt sich für das neu zu planende Senioren- und Pflegeheim ein sehr enges städtebauliches Korsett, das nur wenig Spielraum für Großzügigkeit und Offenheit sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Gebäudes zulässt.Nicht desto trotz standen bei der Erarbeitung des Entwurfskonzeptes neben den Aspekten einer nachhaltigen Architektur diese Qualitäten im Vordergrund. Konzept:Unsere Vorstellung war es, für die im Heim untergebrachten Menschen und das dort arbeitende Personal ein Gebäude zu schaffen welches den besonderen funktionellen Anforderungen gerecht wird und dem Wunsch nach einem lebenswerten räumlichen Umfeld Rechnung trägt.
Den “Lebensraum“ der BewohnerInnen
definieren wir als den Park, den “Garten im Haus“.
Charakterisiert wird der Garten – im weitesten Sinne die Natur – durch Licht, Luft, Grün und Sonne, sowie der Möglichkeit zur Bewegung – man kann “Gehen“!
Diese Qualitäten sollten integrierender Bestandteil des neuen Wohn- und Pflegeheimes sein.
Die Gang- und Gemeinschaftsbereiche der einzelnen Geschosse werden von uns als Garten – als eine halböffentliche Fläche im Gebäude - interpretiert innerhalb dessen sich die Bewohner möglichst frei und ungezwungen bewegen können – sie werden aufgelöst.
Die Wege sind so angelegt, dass man in verschiedenen, nicht endenden Schleifen die scheinbar frei im Raum positionierten „Inseln“ umkreisen kann.
Entlang dieser Wege streift man die „Ereignisse“ im Haus – Wohn - Essbereiche, Aussichtspunkte, Terrassen, die begrünten, mehrere Geschosse verbindenden Atrien etc.
Durch die Wahl des schlanken, konstruktiven Achsrasters kann ein Maximum an Wohn/ Pflegezimmern auf
der begrenzten Länge des Blocks untergebracht werden – nur so ist es möglich sämtliche Zimmer nach Süden bzw. nach Osten zu orientieren. Dies ist in unseren Augen unerlässlich da viele der BewohnerInnen ihr Zimmer nicht mehr ohne Hilfe verlassen können. Die gemeinschaftlichen Wohn- und Essbereiche an den Kopfenden des Gebäudes sind nach Osten bzw. nach Westen ausgerichtet und weisen aufgrund ihres fast „nahtlosen“ Übergangs zum Außenraum eine hohe räumliche Qualität auf.