Planung und Realisierung:
S.O.F.A. architekten mit arch. Georg Mitterhofer
Kunst am Bau: Doris Krüger
Situation:
Das Ensemble des Schlosses Trauttmansdorff liegt im Osten Merans, in Mitten des neuen
botanischen Gartens. Es spiegelt in seiner Zusammensetzung unterschiedliche Epochen in der Geschichte
der Stadt wider und wird derzeit als Museum genutzt. Die Aufgabenstellung des Entwurfes bestand in der
Erarbeitung eines signifikanten Eingangs für diese beiden Attraktionen.
Die Erschließung von Museum und Garten mußte über die bereits bestehende Brücke erfolgen,
welche die Verbindung zwischen dem Schloßhügel und der Parkplatzebene darstellt. Daraus ergibt sich
zwangsläufig der Brückenkopf als der entscheidende Bezugspunkt für das neu zu errichtende Besucherzentrum.
Entwurfsbeschreibung:
Das Eingangsgebäude stellt sich als einfacher pavillionartiger Baukörper dar, der sich
aufgrund seiner geringen Höhe sanft in die Landschaft einfügt und nicht mit der Schloßarchitektur
konkuriert. Die Dachebene als Blumenwiese - die fünfte Fassade des Gebäudes - kann wie eine
Weiterführung der Thematik des Gartens auf der gegenüberliegenden Brückenseite gelesen werden. Dies
gilt auch für den in das Gebäude eingeschnittenen "grünen Innenhof" - so wird Natur auch im Inneren
des Hauses spürbar gemacht.
Anknüpfend an die Brücke durchzieht ein "gewundener Weg", bestehend aus einer
kontinuierlichen Folge von Rampen und Treppen, das Gebäude und den mit ein zu beziehenden Freiraum.
Der vorgesehene Shop, die Aufenthalts- und Ruhebereiche, sowie Kassen, Garderoben und Wc´s werden
entlang dieses Weges aufgefädelt, der ähnlich dem Parcour im Park ein fortlaufendes Band bildet.
Das Bestreben die Grenzen zwischen Innen und Außen soweit als möglich aufzuheben
entspringt dem Wunsch dem Besucher das Gefühl zu vermitteln er würde sich im freien bewegen. Erreicht
wird dies durch eine trans- parente Membran aus Glas - einen Glasvorhang gänzlich frei von Profilen und
aussteifenden Pfosten.
Der transparente "Kubus" scheint über dem Hügel zu schweben. Dieser Eindruck wird durch
die wenigen, scheinbar wahllos gesetzten, kippenden Stützen noch unterstrichen. Bei Nacht präsentiert
sich das Gebäude wie ein leuchtender Kristall und wirkt damit sowohl für sich als auch als Werbe- träger
für die beiden, hauptsächlich touristischen Attraktionen.
Fotos:
BILDRAUM TRAUTTMANSDORFF 2004,
S.O.F.A. architekten,
Manfred Rauch