Entwurfsbeschreibung:
Für das Publikum soll ein Museum entstehen, dessen Ziel- und Schwerpunktsetzungen - Themen wie Transparenz,
aber auch die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des Unternehmens
–in einem übertragenen Sinn
ihren Niederschlag in der Architektur finden– so wird diese Imageträger der Unternehmensphilosophie.
Sowohl im Rahmen eines bewussten, respektvollen Umgangs mit dem Bestand, als auch durch das Aufzeigen einer
zeitgemäßen, selbstbewussten Architektursprache.
Bei dem zur Diskussion stehenden Ensemble handelt es sich um ein Bauwerk, dessen Substanz aus verschiedenen
Epochen des Mittelalters stammt und einen Umbau nur in sehr beschränktem Maße zulässt. Die neue Nutzung,
der Wandel vom klassischen Laubenhaus zu einem öffentlichen Museum, scheint uns im vorliegenden Fall von
Vorteil, da so die bestehende Architektur –ohne große Eingriffe– bewusst in das Ausstellungskonzept
miteinbezogen werden kann.
Das Konzept fußt im Wesentlichen auf folgenden Schwerpunkten:
- der Sanierung und Restaurierung des Haupthauses, sowie der gemauerten Gewölbe und Mauern
- des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes. Das Haupthaus wird thermisch geschlossen, d.h. das Tonnengewölbe des Durchgangs
und die „Halle“ werden durch einen Glasvorhang vom Außenraum entkoppelt.
- der unterirdischen Erweiterung des Hinterhauses mit neuem Foyer und neuer Ausstellungshalle sowie dazu gehöriger Erschließung
- der desolate Dachstuhl des Wirtschaftsgebäudes wird zur Gänze abgenommen. Der neue Aufbau nimmt die Bestandform wieder auf, wird
aber um 1.2m erhöht. Im Westen wird dem Dach eine „Gaupe“ in Form eines großen Aussichtsfensters aufgesetzt.
- über einen fließend zusammenhängenden Parkour werden die verschiedenen Gebäudeteile miteinander verbunden. Über einen offenen Steg,
quer über den Hof
gelangt man vom Hinterhaus wieder zurück in die große Halle des Haupthauses. Durch den Einbau eines neuen
Liftes können zumindest die Hauptebenen des Museums behindertengerecht erschlossen werden.
Aufgrund der oben genannten Maßnahmen kommt es zu einem spannungsreichen Dialog zwischen Alt und Neu, der dennoch
eine harmonische Einheit des Ganzen zulässt.
Unser Wunsch war es in der Erdgeschossebene einen Raum zu definieren, welcher sich wie eine Klammer zwischen die Lauben und die
Ballhausstrasse spannt. Durch die großzügig nach unten führende Treppe (Museumseingang) im Durchgang des Haupthauses und die Öffnung
jedes zweiten Bogens entlang des Durchgangs im Bereich der ehemaligen Ställe entsteht so ein neues Zusammenspiel zwischen öffentlichem
Raum und halböffentlichem Ausstellungsraum – die Grenzen werden aufgelöst.